„Aber warum kann ich mich zu Halloween denn nicht als Lebensmittelkontrolleur verkleiden?“, fragte Frytki-Fritt Frittowalski zum ungefähr zweiunddreißigsten Mal seit dem Frühstück. „Das ist mein Lieblingskostüm!“
„Ja, aber du trägst es doch das ganze Jahr über!“, widersprach ihm Frl. Leonie Mau. „Oder wenigstens immer, wenn Picnicman, Lieferandoman oder Gasthermenrepairman kommen.“
„Wieso eigentlich Gasthermenrepairman?“, wollte der kleine freundliche Hund interessiert wissen. „Hatte der ein Wurstbrötchen in seinem Werkzeugkoffer?“

„Ich glaube, das war ein Versehen“, vermutete Leo.
„Quatsch!“, rief Fritte. „Gasthermenrepairman hat sich einfach an mir vorbei in die Küche gedrängelt. Das wollte ich nicht ohne Widerspruch hinnehmen. Sondern ihn kontrollieren. Deswegen habe ich mich in die Warnweste geschmissen, mein offizielles Gesicht aufgesetzt und ihm den Videotheken-Ausweis nur ganz kurz vor die Nase gehalten. Hat geklappt. Er hat mir genau erklärt, was er da macht, und sich nicht getraut, irgendwas Essbares anzufassen.“
„Du könntest dich doch als Gasthermenrepairman verkleiden“, schlug der kleine freundliche Hund vor (wie Leo fand, ganz vernünftig). „Wenn du den Leuten dann die Rechnung für die Reparatur der alten Gastherme und kurz danach für den Einbau der neuen Gastherme zeigst, gruseln sie sich auf jeden Fall!“
„Keine schlechte Idee“, stellte Leo fest. „und wenn dir das nicht furchterregend genug ist, dann eben als Zombie-Gasthermenrepairman.“
„Hm“, machte Fritte und setzte ein nachdenkliches Gesicht auf. „Und als was geht ihr?“
„Ich hatte an einen Dobermann gedacht“, erwiderte der kleine freundliche Hund. „Das ist doch ganz schön gruselig, oder?“

„Auf jeden Fall“, fand Leo. „So richtig mit blutigem Sabber und so?“
„Natürlich“, sagte der kleine freundliche Hund stolz. „Eben ein richtiger Dobermann. Kein Halb-Dobermann. Und als was gehst du, Leo?“
„Wie immer als Prinzessin“, antwortete Leo schwärmerisch. „Mit rosa Tütü und Diadem. Und ich sage ein Gedicht auf: Zicke zacke Hühnerkacke!“
„Wahnsinn!“, rief der kleine freundliche Hund. „Hast du das extra auswendig gelernt?“
„Der Zombie-Gasthermenrepairman ist gar keine so üble Idee“, mischte Fritte sich wieder in die Unterhaltung ein. „Aber wo kriege ich so schnell einen Blaumann her? Es ist ja Feiertag heute und ich kann kein Blaumann-Geschäft überfallen.“

„Was denn für ein Feiertag?“, fragte der kleine freundliche Hund verwundert. „Halloween ist doch kein Feiertag.“
„Aber der Reformationstag“, erklärte ihm Leo. „Schon seit ein paar Jahren (wieder). Rein zufällig fallen der Reformationstag und Halloween auf den 31. Oktober. So ähnlich wie der 9. November, an dem sich sowohl die Reichspogromnacht wie auch der Fall der Berliner Mauer, der Hitlerputsch in München und noch ein paar andere superwichtige historische Ereignisse jähren. Ist aber kein Feiertag. Warum auch immer.“
„Verrückt“, murmelte der kleine Hund und Leo überlegte, ob er den 9. November meinte oder Fritte, der mittlerweile eine Jeans der nicht mehr ganz so dicken freundlichen Frau aus dem Schrank gezogen hatte (hoffentlich aus dem Fach mit den Hosen, die ihr gerade nicht passten) und nach einer Schere suchte, um sich einen Blaumann auszuschneiden.
„Ganz wichtig ist vor allem, dass ihr euch beim Überfallen der Leute in unseren Halloween-Kostümen nicht wieder Süßigkeiten für Menschen andrehen lasst. Ich mag keine Schokolade, Sean muss davon kotzen und Fritte hat letztes Mal vier Tage gebraucht, bis er sich die abgelaufenen Erfrischungsstäbchen der Nachbarn aus dem zweiten Stock wieder aus dem Fell geputzt hatte.“

„Erfrischungsstäbchen“, erinnerte sich Fritte und schauderte. „Warum gibt es die eigentlich?“
„Das sind wahrscheinlich explodierte Nimm zwei im Halloweenkostüm“, vermutete Leo. „Aber ganz genau weiß keiner, warum es die gibt. Genauso wie Mon Chérie oder Geleebananen. Die Menschen haben schon einen eigenartigen Geschmack. Also, lasst euch den Mist nicht andrehen!“
„Versprochen!“, gab der kleine freundliche Hund zurück. „Aber was machen wir, wenn die Leute keinen Hundekuchen vorrätig haben?“
„Bargeld lacht!“, erklärte Leo. „Und wenn die Menschen behaupten, dass sie kein Kleingeld haben: Wir nehmen auch große Scheine. Und es geht auch Kartenzahlung.“

Bewundernd starrte der kleine freundliche Hund auf das Kartenlesegerät, das Leo aus ihrer Bauchtasche zog und stolz präsentierte.
„Und wenn die das alles nicht haben“, rief Fritte ganz wichtig, „dann ordne ich an, dass wir den Fernseher mitnehmen!“
„Oh ja“, fand Leo. „Das ist eine gute Idee. Dieser briefmarkengroße Minifernseher der nicht mehr ganz so dicken freundliche Frau geht wirklich gar nicht!“
Fritte hatte inzwischen die beiden ausgeschnittenen Blaumannhälften zusammengetackert und kramte im Werkzeugkasten der nicht mehr ganz so dicken freundlichen Frau nach weiteren Requisiten. „Kann ich als Gasthermenrepairman des Grauens einfach den großen Hammer schwingen?“
„Klar“, stimmte Leo ihm zu. „Aber pass auf, dass dir der Hammer nicht versehentlich auf die Pfote fällt wie das Bügeleisen.“
„Aua…“, murmelte Fritte, „das war voll gemein.“
„Was solltest du denn mit dem Bügeleisen?“, fragte der kleine freundliche Hund interessiert. „Dein Winterfell aufbügeln?“
„Quatsch!“, kicherte Fritte amüsiert. „Nein, ich wollte ein paar Stücke Tofu, die beim Essen runtergefallen waren, rösten. Sie haben aber trotzdem schrecklich geschmeckt. Und dann ist mir auch noch das blöde Bügeleisen auf die Pfote gefallen. Aua!“
„Haben wir dann alles geklärt?“, fragte Leo. „Dann los, verkleidet euch. In zwanzig Minuten gehen wir los! Wenn wir zu spät kommen, gibt es nachher vielleicht nix mehr.“
Der kleine freundliche Hund nickte beeindruckt und sogar Fritte stimmte zu: „So machen wir es. Abmarsch in zwanzig Minuten! Ich sage euch: Das wird das schrecklichste Halloween aller Zeiten!“

Bei mir ist es ein sehr sattes Halloween gewesen.. Wegovy sei Dank.
Vielen Dank für Deine Erfahrungen, sie haben mit dazu beigetragen, dass ich mich dafür entschieden habe.
Und obwohl ich erst eine Ration hatte, bemerke ich jetzt schon Auswirkungen.
Liebe Grüße, Andrea