Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch. Und die Katze.

Vielleicht haben Sie es bei Twitter gelesen: Katze 1 war diese Woche krank. Sie ist jetzt zum Glück deutlich auf dem Wege der Besserung, aber hinter uns liegen anstrengende Tage voller Sorge. Sie kennen das. Aus diesem Grund gibt es hier heute auch keinen vollwertigen Blogpost – ich hatte weder Zeit noch Kopf dafür.

Katze 1 ist unglaublich tapfer und lieb – alle vier Tierärztinnen, die sie am Mittwoch untersucht und behandelt haben, waren schockverliebt in sie. Sie wurde von unserer Haustierärztin abgetastet, geröntgt, in die Tierklinik überwiesen, von einer anderen Tierärztin abgetastet, wieder geröntgt, rasiert, ultrageschallt, in einen anderen Raum gebracht, von zwei weiteren Ärztinnen ultrageschallt, massiert, mehrerer Milliliter Blut beraubt, gespritzt und mit einer der Tüte voller Medikamente nach Hause geschickt. Mit dem Hinweis, dass sie, falls sie bis nächste Woche nicht vollkommen wiederhergestellt sein sollte, wiederkommen und weiter untersucht werden müsste.

Das war heftig, aber doch sehr viel besser, als ich nach der Überweisung in die Tierklinik befürchtet hatte. Das Wort „Fremdkörperverdacht“ stand im Raum und wenn es dafür mehr Indizien gegeben hätte als grundsätzliche Hinweise auf eine Entzündung im Magen-Darm-Bereich und einen kleinen intestinalen Bereich, der weder auf dem Röntgenbild noch beim Ultraschall wirklich klar zu erkennen war (Katze 1 ist ja etwas kurz geraten und dadurch haben ihre Organe offenbar nicht ganz so viel Platz, sich übersichtlich sichtbar auszubreiten), dann hätte vielleicht noch am selben Tag eine Notoperation auf dem Programm gestanden!

Zum Glück guckte ich erst zu Hause in die Tüte mit den Medikamenten und auf den Behandlungsplan. Drei verschiedene Medikamente, Tabletten und flüssiges Schmerzmittel in kleinen Spritzen zur oralen Eingabe. Toll, dachte ich, das wird ja sicher hervorragend klappen. Medikamente haben meine Katzen von mir bisher nur bekommen, wenn sie sich unters Futter mischen ließen. Tropfen, die direkt auf die Mundschleimhaut sollen, und Tabletten, die zwanzig Minuten vor dem Essen eingenommen werden müssen, fallen leider nicht in diese Kategorie und ich war angemessen besorgt.

Aber was soll ich Ihnen sagen? Katze 1 ist ein echtes Schätzchen und hat alles, naja fast alles, brav eingenommen. Die Schmerzmitteltropfen und die Tabletten gegen das Erbrechen musste ich ihr nur bis Freitag geben, nun bekommt sie nur noch die Magentabletten, die sie ganz artig in einem kleinen Stück Catstick einnimmt. Und es geht ihr deutlich besser, obwohl das Schmerz- und das Anti-Brech-Mittel heute ja nicht mehr wirken. Halleluja.

Ganz munter ist die Patientin auch schon wieder. Sie ist bestens bei Appetit, futtert leckere Schonkost, geht erfolgreich aufs Katzenklo, schmust, spielt und ist wieder der kleine fröhliche Kobold, als den wir sie kennen.

Katze 2 hat länger gebraucht, um mit den traumatischen Ereignissen vom Mittwoch klarzukommen. Erst waren Katze 1 und ich über sechs Stunden weg. Dann waren wir endlich wieder da, rochen aber ekelerregend nach Krankenhaus und Schlimmerem. Und dann war ich auch noch ständig mit Katze 1 beschäftigt und hatte viel zu wenig Zeit für sie. Sie war noch den ganzen Donnerstag total durcheinander und fand erst am späteren Abend langsam wieder zu sich und uns zurück.

Am Montag bekomme ich die Ergebnisse der Blutuntersuchung. Die wird möglicherweise ergeben, dass die Nieren von Katze 1 nicht mehr tiptop sind. Schließlich ist sie zwölf Jahre alt, hatte einen schweren Start ins Leben und ist etwas kurz geraten, so dass die Nieren – das konnte auch man beim Ultraschall sehen – offenbar grundsätzlich eine etwas eigenartige und vermutlich nicht ganz ideale Form haben. Wir werden sehen. Am meisten beunruhigt mich an dieser Vorstellung, dass Katze 2 dann auch eine Blutuntersuchung braucht und sich möglicherweise beim Tierarzt nicht ganz so kooperativ verhalten wird wie ihre Schwester. Aber auch dafür wird es Lösungen geben.

Auf jeden Fall sind wir alle heilfroh, dass es Katze 1 wieder gut geht. Allen Daumendrückern herzlichen Dank!

4 Kommentare

  1. Ich wünsche Euch von ganzem Herzen das Allerbeste! !
    Für Katze 2 wünsche ich, daß die Untersuchungen friedvoll verlaufen und, daß sie hoffentlich einen negativen Befund hat.
    Mit lieben Grüßen, Martina
    (Gestern vor vier Wochen wurde meine über alles geliebte Kätzin euthanasiert und obwohl die Diagnose seit knapp 2 1/2 Jahren bekannt ist und ich so dankbar für die Zeit und überhaupt diese wunderschönen, mir so viel gebenden Jahre mit ihr bin, fasse ich, tiefsttraurig, dieses ohne sie sein gar nicht, so sehr fehlt sie bei allem. Wie sehr sie diesen schönen warmen Herbst, im Gegensatz zum Sommer, geliebt und genossen hätte.)

    1. Ach Menno, das tut mir sehr leid um deine Katze! Natürlich fehlt sie dir und das Leben ist auf einmal ein anderes, so ohne sie. Schön, dass du bei aller Traurigkeit schon so viel Gutes aus eurer gemeinsamen Zeit bewusst in dir trägst und auch benennen kannst. – Im Katzenhimmel ist sicher auch so herrliches Wetter und sie genießt es und denkt dabei an dich…

  2. Danke. liege Jule. Ich habe früher auch schon Vet-Concept verfüttert und die Mädels mochten es sehr gerne. Vielleicht komme ich wieder darauf zurück, wenn ich weiß, was Katze 1 auf Dauer essen soll (vermutlich werden wir ja, wenn die akuten Entzündungsprobleme erst einmal abgehakt sind, ja doch auf Nierenfutter umstellen). Mal sehen.
    Danke und viele Grüße
    Bettina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.