Lebenszeichen aus dem Urlaub – Sollte ich nach fünf Wochen nicht langsam mal erholt aussehen?

So langsam fange ich an, mich an dieses Urlauben zu gewöhnen. Nachts schlafen, egal ob es unerträglich warm im Schlafzimmer ist oder nicht, ist schwierig. In den frühen und späteren Morgenstunden hingegen schlafe ich sehr viel besser – bloß das mit dem Aufstehen funktioniert nicht mehr so richtig. Aber wer will schon aufstehen?

Am Montag hatte meine Mutter Geburtstag, ihren achtzigsten. Zum Glück wollte sie keine große Feier, sondern nur einen ganz kleinen Kreis. Diesen allerdings im Hamburger Stadtpark, von dem sie ja doch relativ weit entfernt wohnt. Mein Bruder und ich holten sie also am Vormittag im Seniorenheim ab – dort weigerte sie sich, irgendeine Art von Feier zu machen – und fuhren mit ihr zu einem der großen Ausflugslokale im Stadtpark, wo mein Bruder einen Tisch im Schatten für uns reserviert hatte. Dort trafen wir die beiden Schwestern meiner Mutter und deren Männer. Es war eine ganz lustige Runde, vielleicht ein bisschen im Weg für alle anderen Besucher der Terrasse, weil raumgreifend mit einem Rollstuhl, zwei Rollatoren, zwei besorgten Ehefrauen, einem von Anfang an gestressten Geburtstagskind sowie meinem Bruder und mir, fest entschlossen, heitere Gelassenheit auszustrahlen, egal was kommt. Und das bei 30 Grad, die ebenfalls einen Tisch im Schatten reserviert hatten, gleich nebenan.

Auf jeden Fall hat meine Mutter schöne Geschenke zum Achtzigsten bekommen.

Ich schaffte es, nicht auszuflippen und niemanden anzuschreien, aber es war knapp und ich musste mich auch so früh wie möglich von der Party absetzen. (Doch, ich habe gewartet, bis alle ausgetrunken hatten, und dann sogar noch die Rechnung beglichen.)

Angespannt? Ich? Unsinn. Das ist mein Partygesicht.

Am Dienstag war ich – mit ganz frischen und konkreten Vorstellungen, warum – beim ersten von drei Kursabenden, „In Hamburg sagt man tüdelig – Grundkurs Demenz“ von der Hamburger Angehörigenschule. Das ist eine ganz tolle Sache, jeder interessierte Bürger kann dort Rat einholen und Kurse zu Themen rund um Pflege, Gesundheit und Krankheit besuchen. Kostenlos, das gesamte Programm, das durchaus reichhaltig ist, wird pauschal von den Krankenkassen finanziert (man muss sich dafür auch nicht mit seiner Krankenkasse auseinandersetzen, sondern nur bei der Angehörigenschule anmelden). Der Abend war hochinteressant, denn die Dozentin ist ganz großartig und hat mir schon in der Einleitung mehr nützliche Fakten vermittelt als die nicht ganz wenigen Bücher, die ich zum Thema Demenz bereits gelesen habe. Zwei weitere Abende kommen noch und danach, wenn es sich zeitlich machen lässt, vielleicht noch der eine oder andere „Fortgeschrittenenkurs“.

Das war der interessantere Teil der Woche. Von Mittwoch bis gestern habe ich mich damit befasst, in meinem völlig vollgestopften Kleiderschrank nach dem Durchgang nach Narnia zu suchen… oder nach den T-Shirts, die ich letzten Sommer gekauft habe. Eigentlich bin ich kein Messie (glaube bzw. hoffe ich), aber dadurch, dass ich alle Klamotten in drei oder vier Größen besitze, ist mein Schrank einfach sehr voll. Sehr, sehr voll. Bisher habe ich nur die T-Shirts und die Pullis sortiert und aussortiert – und nun liegen da sechs oder sieben volle Müllsäcke im Wohnzimmer, die auf den Mann mit dem Auto warten. Und mit den Kleiderstangen habe ich noch nicht einmal angefangen. Seufz.

Der Mann mit dem Auto kommt heute. Er hat diese Woche ja schon wieder gearbeitet, sein Urlaub war vorbei, deswegen war ich auch noch nicht in Bremen seit dem letzten Wochenende. Nur falls Sie das Maisfoto dieser Woche irgendwie zweitpreisig finden – ich hatte gerade kein Maisfeld zur Hand.

„Katze 2, würdest du für mich in einem Maisfeld posieren?“

Fünf Wochen Urlaub habe ich nun hinter mir und ich fühle mich, als hätte ich jetzt langsam den Höhepunkt der Erschöpfung erreicht. Den Donnerstag und das nicht sehr spektakuläre Unwetter habe ich mehr oder weniger komplett verschlafen, Freitag und Samstag waren nicht viel besser. Ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder um halb acht aufzustehen und um halb zehn pünktlich im Büro zu sein. Aber bestimmt wird das in den letzten Urlaubstagen noch viel besser! Ganz bestimmt.

Ihnen einen schönen Sonntag und eine gute Woche!

1 Kommentar

  1. Ich kann diesen „Grundkurs“ aus eigener Erfahrung der Teilnahme an einem solchen Kurs nur wirklich SEHR empfehlen.
    Ich bin immer noch sehr dankbar, einen tollen Dozenten mit viel Fachkompetenz erlebt zu haben – zumindest die ersten beiden 4h-Termine. Beim letzten Termin war eine sehr emphatische Kollegin die ausführende, die viele Beispiele aus der Praxis mitbrachte, die mir jedoch nicht so praxisnahe für meinen „Fall“ erschienen. Egal. Die Möglichkeiten zur Unterstützung sind so vielfältig und wunderbar, dass ich wirklich, wirklich SEHR davon profitiert habe, daran teilgenommen zu haben.
    Gäbe es den Kontakt noch, dann wäre ich inzwischen sicher mal als Begleitperson in einem Museum mit gewesen. Oder so.
    Einen schönen Resturlaub noch!

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