Lebenszeichen aus dem Urlaub – wo ist die vierte Woche hin?

Eine jedes Jahr wieder erschreckende, heftig erschreckende Erkenntnis ist, dass auch superlange Urlaube irgendwann vorüber gehen. Das passiert schleichend, nicht irgendwie zack zack, aber eines Morgens wacht man auf und weiß, dass die längere Hälfte der herrlich freien Zeit nun verstrichen ist und man ab jetzt jeden Tag – egal, wie sehr man sich vornimmt, das nicht zu tun – denken wird: Oh nein, nur noch zwei Wochen und drei Tage. Zwei Wochen und zwei Tage…  nur noch zwei Tage. Bis es irgendwann heißt: Verdammt! Morgen muss ich wieder hin (die Frage Wohin? und die nächste Frage Was mache ich da? materialisieren sich erst etwas später)

Diese Woche hatte ich nicht viel zu tun, vor allem, weil es einfach zu warm dafür war. Bei über dreißig Grad am Tag und ohne echte Abkühlung in der Nacht schrumpft die Liste der Dinge, die ich gerne tun würde, in Sekundenschnelle. Oft auch, weil sie sich,obwohl hitzetauglich, nicht isoliert herstellen lassen, sondern nur in Kombination mit nicht hitzetauglichen Programmpunkten realisierbar sind.

Der Mais hat mir übrigens beim Fototermin meine Wasserflasche aus der Tasche gezogen, um sich selbst zu bewässern.

Zum Beispiel: In einem See liegen ist auch bei über 30 Grad völlig in Ordnung, vorausgesetzt die Blaualgen waren nicht schon vorher da. An einem See liegen finde ich aber schon ziemlich abtörnend, sengende Sonne, verbranntes Gras, zu viele Menschen, Lärm. Und dann auch noch die Anreise, entweder mit vielen stinkenden Menschen und ihren Badetagsutensilien in einem Bus oder, wenn mein Freund da ist, mit dem Auto, das man dann aber kilometerweit vom See vorschriftsmäßig in sengender Sonne parkt, um dann die eigenen Badetagsutensilien durch verbranntes Gras zur Badestelle zu schleppen, während man von diversen Autos überholt wird, die nicht so vorschriftsmäßig direkt am Ufer parken möchten.

Ich war also nicht am See, sondern bei Ikea und in einigen Kaufhäusern der Hamburger Innenstadt, um Besorgungen für meine Mutter zu machen. Das war recht entspannt  und durchgehend klimatisiert, nicht unbedingt mit Erholungsfaktor, aber immerhin mit dem guten Gefühl, etwas erledigt zu haben. Und mein neuer Duschvorhang hat Meeresfarben, das hat hoffentlich einen beruhigenden Kühleffekt auf mein Badezimmer.

In Bremen war ich auch, gestern,  unter Schwierigkeiten, weil im Öffentlichen Nahverkehr in Hamburg mittlerweile so viele Strecken wegen Bauarbeiten gleichzeitig gesperrt sind, dass auf den wenigen in Betrieb befindlichen Linien eigentlich auch nichts mehr geht, weil die Menschen in, auf und an den Zügen hängen, um irgendwie mitfahren zu dürfen. Das war anstrengend und nervig, aber immerhin bin ich dann doch, wenn auch verspätet, hin und her befördert worden.

Heute ist offenbar eine kleine Pause vom Hochsommer vorgesehen, da sind sich die acht verschiedenen Wetter-Apps auf meinem Smartphone einig. Die voraussichtliche Tageshöchsttemperatur dürfte bei maximal 25 Grad liegen. Kein Grund, einen Pulli rauszusuchen, aber vielleicht eine Gelegenheit, endlich mal ein paar Einkäufe zu erledigen (und mit Einkäufe meine ich: Eiswürfel in der Klinikpackung). Ja, ich weiß, es ist Sonntag, aber irgendwo werde ich ja wohl was einkaufen können, oder? Schließlich ist das hier eine Großstadt.

Überhaupt: Wetter-Apps! Was haben wir eigentlich früher gemacht, als wir noch nicht jederzeit die neuesten Trends und weiterführende Erkenntnisse, die dieses Draußen und die Überlebensmöglichkeiten dort betreffen, auf unserem Smartphone abrufbereit hatten? Aus dem Fenster geschaut oder gar – also, die Mutigeren von uns – auf den Balkon getreten und eine Hand rausgehalten, klar – aber das kann man doch nicht den ganzen Tag lang machen, alle halbe Stunde erneut. Und so viele Fenster, wie ich Wetter-Apps auf dem Telefon habe, hat meine Wohnung auch nicht! Wie also habe ich mir bloß einen umfassenden Eindruck der mich umgebenden Umstände verschafft?

Der Urlaub von meinem Freund ist nun leider schon vorbei, er muss morgen wieder arbeiten. Aber vier gemeinsame Wochen waren schon sehr schön; wir haben veil Zeit zusammen verbracht und das auch sehr genossen. Die Übernachtungen in Bremen waren auch toll, morgens von Katze 3 im Bett besucht zu werden, ist auch eine feine Sache.

Obwohl… Heute morgen mit Katze 1 und der neuen Bettwäsche, das war auch ziemlich super. Da gehe ich nachher wieder hin.

Ihnen eine schöne Woche mit weiteren voraussichtlich heißesten Tagen des Jahres!

Sehr gemütlich, diese neue Bettwäsche.

1 Kommentar

  1. Kürzlich hörte ich, es sei nachgewiesen, dass der Anblick der Farbe Blau die Körpertemperatur senkt. Also wenn Du im Bad den Blick nicht von den Meeresfarben des Duschvorhanges löst, könnte ein klitzekleiner Abkühlungseffekt eintreten.
    In schwereren Fällen eine Wand blau streichen. Oder alle. Vor allem draußen. Zumindest in Sommern wie diesen…
    Ansonsten tut es vielleicht auch blaue Bettwäsche : )

    Grüße mit einer Brise vom Meer
    Nicole

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