Über meinen Vater und den Tod

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Mein Vater und ich. Unser erstes gemeinsames Foto.

Das sind die Aufzeichnungen zum Sterben meines Vaters in chronologischer Reihenfolge.

Die Erinnerungen aufschreiben. Bevor sie verblassen.
Schreiben will ich ja immer gerne. Und vielleicht ist das jetzt so ein Moment, in dem ich das auch tatsächlich endlich tun sollte. Also, die ganze Geschichte mit meinem Vater hier relativ ausführlich erzählen. Bevor meine Erinnerungen irgendwann doch verblassen oder von anderen Ereignissen überlagert werden. Weil ich sie mir bewahren möchte und auch ein bisschen teilen mit anderen Menschen. Schließlich liegt eine intensive und bereichernde Zeit hinter mir und wenn ich davon ein bisschen was vermitteln kann, dann wäre das schon ziemlich schön. ganzen Artikel lesen

Wie alles anfing: Von Null auf Unheilbar Krank in wenigen Wochen
Eigentlich hat das Sterben meines Vaters damit angefangen, dass meine Mutter einen Unfall hatte. Behaupte ich mal so. Zumindest ist das für mich der Punkt, von dem in meiner persönlichen Rückschau irgendwie alles im Zusammenhang mit der Krankheit und dem Tod meines Vaters steht. ganzen Artikel lesen

Warten auf irgendwas.
Die Operation verlief gut. Meinem Vater wurde ein nicht unerheblicher Teil des Dickdarms entfernt. Die Leber war in einem nicht operationsfähigen Zustand, so dass die Ärzte dort zunächst nichts unternahmen. Es war aber klar, dass darüber bald gesprochen werden musste. ganzen Artikel lesen

Der 80. Geburtstag oder Mehr Leben vor dem Tod.
Die Chemotherapie schlug tatsächlich an; die Werte meines Vaters und auch sein Befinden verbesserten sich, wenn auch nur langsam. Mit den Nebenwirkungen kam er zunehmend besser zurecht, trotzdem blieb die freie Woche zwischen zwei Chemozyklen immer der heißersehnte Lichtblick für ihn. Das Einnehmen von Tabletten war und blieb ihm einfach zuwider. ganzen Artikel lesen

Leben. Soviel und solange es geht.
In meiner Erinnerung beginnt nach dem Geburtstag meines Vaters eine Zeit der Entspannung. Sein Befinden verbesserte sich deutlich, er entwickelte wieder ein bisschen Lebensfreude, Selbständigkeit und auch Tatendrang. Er las Bücher, hörte Musik und hoffte, bald wieder an den Proben und vielleicht sogar Konzerten seiner verschiedenen Chöre teilnehmen zu können. Auch seine Sozialkontakte, die er im letzten halben Jahr kaum hatte zulassen können, lebten wieder auf.ganzen Artikel lesen

Der Super-Gau oder Sterben ist nicht gut für die Gesundheit.
Der Super-Gau. Es war ein Freitagabend, der zweite in meinen endlich erreichten Sommerferien. Die Woche war anstrengend gewesen. Ich versuchte, meine Eltern so gut wie möglich zu unterstützen und gleichzeitig auch ein bisschen was für mich zu tun. Wieder etwas dünner und etwas fitter zu werden – und zur Ruhe zu kommen. Das klappte so mittelgut. ganzen Artikel lesen

Über Briefe, Lederwesten und den Sieg des gesundes Menschenverstandes
Mein Geburtstag letzte Woche ging sehr gut. Ostersonntag ist eben doch ein netterer Tag als Karfreitag – an einem Karfreitag wurde ich damals geboren. Kein großer Spaß damals für meine Mutter, weniger wegen des Tanzverbots als wegen der Nabelschnur, die ich mir um den Hals gewickelt hatte. Ohnehin kam ich einen Monat zu früh und dann musste eben alles noch ein bisschen schneller gehen als gedacht, damit ich nicht so furchtbar blau im Gesicht rauskomme. ganzen Artikel lesen

Krankenhaus mal ganz anders: Die Palliativstation
Hallo, mein Name ist Keinzahnkatzen und in meiner Freizeit beschäftige ich mich in letzter Zeit mit der Gestaltung von Grabsteinen. Nur, um auch mal was anderes zu machen als immer nur Twitter und Netflixen natürlich. Es begann damit, dass ich an einem Nachmittag in der letzten Woche völlig nichtsahnend und fleißig meiner beruflichen Tätigkeit nachging, als mein Smartphone mich mit einem freundlichen kleinen Geräusch auf das Eintreffen einer Whatsapp-Nachricht (noch nicht end-to-end-verschlüsselt) aufmerksam machte. ganzen Artikel lesen

Nur weil du nicht mehr leben kannst, kannst du noch lange nicht sterben!
Am nächsten Morgen rief ich, wie geplant, auf der Station an. Ganz unverfänglich, nur mal so fragen, wie mein Vater denn die Nacht verbracht hatte. „Ach, ganz gut soweit“, antwortete eine freundliche Stimme und ich war ein bisschen überrascht. Diese Überraschung nahm zu, als ich später das Zimmer meines Vaters betrat und ihn dort mit einem Tellerchen Suppe antraf. Er konnte zwar nicht mehr als ein oder zwei Löffel davon essen, sein grundsätzlicher Entschluss, nichts zu sich nehmen zu können, schien aber nicht mehr ganz so unumstößlich zu sein. ganzen Artikel lesen

Grünkohl und Das Leben ist Veränderung. Und anstrengend.
Eigentlich wollte ich ja heute chronologisch weiterschreiben darüber, wie es auf der Palliativstation für meinen Vater und uns weiterging. Was in meiner Erinnerung schön war und was mir, wenn ich allzu nah daran vorbeidenke, immer noch Bauchschmerzen macht. Das tue ich auch noch, aber vorher würde ich mir gerne schnell (oder auch langsam) etwas von der Seele schreiben, was mir in dieser Woche wieder hochgekommen ist. Auch wenn es, chronologisch betrachtet, noch gar nicht dran ist. ganzen Artikel lesen

Ouzo und Unruhe auf allen Kanälen.
In dem Moment, in dem mein Vater erfuhr, dass er ins Hospiz umziehen sollte, stand er aus seinem Sessel auf und fing an, im Zimmer auf und ab zu laufen. Dann aus dem Zimmer hinaus, den Gang rauf und runter. Wieder ins Zimmer hinein, kurz hinsetzen, wieder aufspringen, im Kreis laufen. Aus dem Zimmer hinaus, zurück, den Rollator holen, den Gang runter. Und so weiter. ganzen Text lesen

Zwischen den Stühlen, aber zack zack.
Zwei Tage nach dem ersten Fuß schlug mein Vater sich bei seinem unruhigen Hin und Her auch den zweiten Fuß blutig. Fortan war er mit zwei dick verbundenen und trotzdem nässenden Elefantenfüßen unterwegs, die nur notdürftig mit Plastiküberziehern geschützt werden konnten. Was ihn aber nicht davon abhielt, ständig auf Tour zu sein. Zu sehr hatte ihn die Nachricht, dass er ins Hospiz umziehen müsse, aufgescheucht. ganzen Text lesen

Engel (nicht esoterisch) und Wünsche an das Universum
Mein Vater lebte jetzt seit gut drei Wochen auf der Palliativstation und es war kein Ende irgendeiner Art in Sicht. Sein gesundheitlicher Zustand war, abgesehen von den beiden offenen Füßen, stabil, sein Befinden, abgesehen von seiner immer schwerer zu kontrollierenden Unruhe, eigentlich ganz gut. ganzen Artikel lesen

Missglücktes Familientreffen und Je mehr man sich etwas wünscht, desto schiefer kann es gehen.
Sicher kennen Sie auch diesen eigentümlichen Hang des Schicksals, manche Dinge, die man sich besonders innig wünscht, einfach nicht geschehen lassen zu wollen. Je mehr wir uns wünschen, einen bestimmten Zustand, eine Zufriedenheit zu erreichen, und je mehr wir darauf hinarbeiten, desto blöder werden die Zu- und Unfälle, die es verhindern. Murphy’s Law, sagen Sie? Stimmt, das hat sicher damit zu tun. Bei uns in der Familie hieß dieses übrigens „Das Prinzip der größtmöglichen Schikane“ und wurde allen Angehörigen, Freunden und Haustieren von frühester Jugend an als Grund fast allen Übels vorgestellt. ganzen Artikel lesen

Über Socken, Überschwemmungen und Zahnschmerzen. Und vom Warten.
Wenn jemand sich in einem langen und langsamen Sterbeprozess befindet, woran merkt man dann eigentlich, dass er jetzt wirklich stirbt? Oder bald sterben wird?
Wir lebten nun seit Wochen in einem geschützten Raum, in dem mein Vater seinen Abschied vom Leben nehmen konnte und wir unseren Abschied von ihm. ganzen Artikel lesen

Wie mein Vater endlich zur Ruhe kam.
Schon ganz zu Beginn der Zeit auf der Palliativstation hatte ich ein Gespräch über alles mögliche mit einer der Schwestern. Sie erzählte mir, dass manche Patienten fast unüberwindliche Schwierigkeiten hatten, das Leben loszulassen, egal wie schlecht es ihnen ging, so dass sie schließlich irgendeinen äußeren Anlass brauchten, um endlich den Weg auf die andere Seite antreten zu können. ganzen Artikel lesen

Da sein, um loszulassen.
Es war seltsam, meinem Vater beim Sterben zuzusehen. So viele Wochen, eigentlich sogar Monate, hatten wir uns um und für ihn bemüht und darum, ihm das Leben mit seiner Krankheit erträglicher und besser zu machen. Waren dabei meistens in Eile und voller Anstrengung gewesen, nicht zuletzt, um mit seiner Getriebenheit Schritt zu halten. Und nun lag er da, voll mit Schmerzmitteln, dämmerte in einer hoffentlich angenehmen Zwischenwelt dahin und wartete darauf, dass sein Körper das Funktionieren einstellte. ganzen Artikel lesen

Und dann klingelt nachts das Telefon.
Wenn du mitten in der Nacht vom Klingeln des Telefons geweckt wirst und du weißt, gleich wird dir jemand mitteilen, dass dein Vater gestorben ist.
Du bist seit Wochen in der Erwartung dieses Moments schlafen gegangen, hast dein Telefon immer bei dir gehabt und nie mehr lautlos gestellt. Du wusstest seit ein paar Tagen ganz genau, dass dieser Moment näher und näher rückt – eigentlich warst du gestern Nacht schon so gut wie sicher, dass es so weit sein würde, und hast morgens beim Aufstehen heimlich erstaunt, dass es nicht geklingelt hatte. ganzen Artikel lesen

Zum ersten Todestag: Lieber Papa.
Lieber Papa,
nun ist es genau ein Jahr her, dass du gestorben bist (ob schon ein Jahr oder erst ein Jahr, das lässt sich schwer sagen). Im Moment denke ich wieder viel an dich und da ich dich ja nicht mehr anrufen kann und nicht weiß, wohin ich dir einen Brief schicken sollte, stelle ich diesen eben in mein Blog. ganzen Artikel lesen

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Mein Vater und ich. Unser letztes gemeinsames Foto.