Abgesehen davon, dass mit Wetti offenbar irgendwas nicht stimmt – es ist windig, regnet die ganze Zeit und die Sonne knallt gar nicht mehr so richtig vom Himmel – ist eigentlich gerade alles ganz in Ordnung.
Okay, die Gastherme funktioniert nicht, schon seit Wochen, nachdem sie sich vorher eine ganze Weile immer recht lange bitten ließ, bevor sie heißes Wasser ausspuckte. Ich habe mich schon fast daran gewöhnt, morgens mit meinem Wasserkocher ins Badezimmer zu gehen, in der Dusche dann in einem mittelgroßen Gefäß das heiße Wasser mit kaltem Wasser zu mischen und mich damit zu waschen. Es dauert auch nicht viel länger als zu duschen. Am Freitag kam nun endlich Gasthermenrepairman, um sich die Therme anzusehen, gut durchzuputzen und dann festzustellen, dass sie immer noch nicht funktioniert.

Als nächstes kam Kundendienstman, zwanzig Zentimeter größer als Gasthermenrepairman, der oben auf dem Tritt stehend in das Zu- und Abluftrohr, das oberhalb der Therme verläuft, hineinsehen konnte und feststellte, dass der sogenannte Ringspalt, der für die Frischluftzufuhr zuständig ist, völlig verdreckt und verstopft ist. Dies erkannt habend, rückte auch er wieder ab – der Kundendienst ist nur für das eigentliche Gerät, nicht aber für Zu- und Ableitungen zuständig. Er versprach also, der Firma von Gasthermenrepairman Bericht zu erstatten, und verzog sich ins Wochenende.
Ich bin sehr gespannt, ob irgendjemand vom Fach das Ding wieder zum Laufen bringen wird, idealerweise vor dem Beginn der Heizungssaison. Diese könnte allerdings, so wie das Wetter heute sich präsentiert, jederzeit beginnen. Aber okay, normalerweise bricht die Gastherme immer erst im November zusammen, so war es zumindest in den letzten Jahren, was definitiv bedrohlicher ist als jetzt gerade. Immerhin liegen die Außentemperaturen noch klar im Plusbereich. Da kann „man“ notfalls auch mal kalt duschen, das verbraucht schließlich Kalorien
Eventuell taucht sogar das Paket mit den von mir bestellten Jeans – drei Nummern kleiner als letztes Jahr im November – das vor einer Woche vom Hermes-Radar verschwunden war, wieder auf und möglicherweise passe ich bis dahin sogar in diese Größen hinein.
Mittlerweile sehe ich sogar selbst, dass ich gar nicht mal so wenig abgenommen habe, und tatsächlich fühle ich mich auch leichter. Das ist ziemlich toll. Natürlich bin ich noch lange nicht schlank, aber das war und ist auch gar nicht mein Ziel. Verbesserungen in Sachen Beweglichkeit und Gesundheit, das ist mir wichtig, und in den Bereichen tut sich tatsächlich etwas. Aber natürlich bin ich auch eitel genug, um mich zu freuen, wenn ich in den Spiegel schaue und sehe, dass mein Bauch und mein Hinterteil an Umfang verloren haben.
Mein erster Monat mit dem neuen Medikament, Mounjaro mit dem Wirkstoff Tirzepatid, ist übrigens gut verlaufen. Meine Verdauung ist nicht mehr ganz so träge – das ist eine riesige Verbesserung. Ich werde mir also nächste Woche wieder Mounjaro statt Wegovy verschreiben lassen, und zwar weiterhin in der niedrigsten Dosierung. Diese dient laut Herstellerangaben nur dem Einschleichen des Medikaments, um Nebenwirkungen zu vermeiden, und hat noch gar keine abnehmfördernde Wirkung. Ich hatte aber schon vorher im Internet gelesen, dass die Dosierung für manche Menschen ausreicht, und für mich „beschlossen“, dass die Wirkstoffdosis für mich genügt. Schließlich hatte ich auch Wegovy seit November nur einmal höherdosiert und nicht jeden Monat. Lustigerweise scheint meine Willenskraft in dieser Hinsicht genug Power zu haben: Ich habe in den nun dreieinhalb Wochen mit Mounjaro nicht mehr gegessen und auch nicht mehr Widerstand gegen Hunger und Appetit leisten müssen als vorher mit Wegovy.

Da Mounjaro teurer ist als Wegovy, vor allem bei höherer Dosierung, ist das eine gute Nachricht, das finden auch unser Schatzmeister, Herr Fritt-Fritter Rechenfritt, und Frl. Leonie Mau, denn so bleibt natürlich mehr Geld für Leckerlis übrig. Wenn ich weiterhin so sparsam bleibe, sagt Leo, könnte ich ihr fast schon ein eigenes Wasserglas kaufen. Damit sie dann weiterhin aus meinem Glas trinken kann, nehme ich an. Kleine Gangsterpüppi im Miezekatzenpelz.
Sport mache ich jetzt auch viel mehr als vorher und dafür bedanke ich mich herzlich bei der defekten Klingelanlage und unserer dödeligen Hausverwaltung. Die Klingel geht zwar noch und der Türöffner summte ja schon seit Jahren unhörbar, funktionierte aber, aber – tempi passati! – das hat sich nun offenbar auch erledigt. Wir haben jetzt eine der härtesten Türen der Stadt: Sie geht nämlich nur noch manchmal auf, wenn sich jemand – wie zum Beispiel Picnicman mit meiner gestrigen Lebensmittellieferung – mit seinem ganzen Gewicht gegen die Tür wirft. Aber für Gasthermenrepairman und Kundendienstman musste ich am Freitag runterlaufen und die Tür von Hand öffnen. Von einer Essensbestellung am Abend habe ich dann lieber abgesehen – ich hatte keine Lust, mir schon wieder eine Hose anzuziehen – und aus den angelieferten Lebensmitteln was gekocht. Schmeckte so mittel, aber wenigstens musste ich dafür die Wohnung nicht verlassen.

Außerdem – Sport die zweite – habe ich mir eine Vibrationsplatte gekauft. Die vibriert ganz schön doll, auch auf niedrigster Stufe uhuhund mahahan kahahann dahabeihei gahar nihicht guhuhut sprehehechen. Noch bin ich überwiegend damit beschäftigt, nicht dauernd von dem Wackelteil runterzufallen, aber sobald ich das gemeistert habe, werde ich natürlich auch gymnastische Übungen mit Vibration unterlegen und meinem Körper dabei ach so sehr etwas Gutes tun.
Heute sind zum Glück der große freundliche Mann und der kleine freundliche Hund da. Das heißt, wir werden auf jeden Fall Essen bestellen, hurra. Und runterlaufen, wenn der Bote die Tür nicht schafft, wird hoffentlich der große freundliche Mann, der nämlich gar nicht Geburtstag hat, auch wenn er das immer behauptet, wenn er zu irgendwas keine Lust hat. Fritte und der kleine freundliche Hund würden natürlich gerne runtergehen und die Tür öffnen, aber weil sich dann die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwas Essbares bei uns in der Wohnung ankommt, drastisch reduziert, sehen wir von dieser Variante ab, auch wenn sie immer wieder angeboten wird.
Oh, jetzt kommt die Sonne wieder durch, aber wahrscheinlich ist das nur ein Trick, um uns ins Freie zu locken und dann ordentlich nass zu machen. Ich kenne das schon, schließlich bin ich nicht von gestern, was Wetti und seine Kapriolen angeht.
