„Wenn deine Finger zu kalt zum Tippen sind, schreibe ich gerne den Blogpost für dich!“, schlug Frittensreich Frittenwasser großzügig vor und drängelte sich auf den Schoß der dicken freundlichen Frau und gleichzeitig auf die Laptoptastatur, auf der zwei fast vor Kälte erstarrte, leicht bläuliche Hände lagen.
Die dicke freundliche Frau zog eine eisige Hand unter Fritte hervor, betrachtete sie traurig und fragte: „Hast du denn ein Thema?“
„Eins?“, wiederholte Fritte spöttisch. „Ich habe eine Million Themen. Mindestens. Du kannst dir eins aussuchen.“
„Vielleicht die Frage, wie man abgefrorene Hände wieder auftaut, ohne dass sie abfallen?“, schlug die dicke freundliche Frau vor. Traurig betrachtete sie die nutzlosen blauen Klumpen an den beiden Enden ihrer Arme und hielt sie Fritte zur Begutachtung hin.

„Fass mich damit ja nicht an!“, rief Fritte entsetzt. „ich habe kein Winterfell mehr (das ist auf deinem schwarzen Pulli) und könnte auf der Stelle erfrieren. Aber das ist kein gutes Thema für unseren Blogpost. Schon alleine deswegen, weil es mehrere Jahre her ist, dass ich zum letzten Mal kalte Pfötchen hatte – ich kann mich kaum noch daran erinnern. Ach, es ist doch gut, dass ich den Job als Salonlöwe angenommen habe.“
„Löwe?“, ließ sich eine Stimme hinter dem Vorhang von der Schlafzimmerfensterbank vernehmen und im Vorhangspalt wurde die reizende rosafarbene Nase von Frl. Leonie Mau sichtbar. „Dass ich nicht kichere. Du gibst einen ziemlich mickerigen Löwen ab, Fritte.“
„Gar nicht!“, widersprach Fritte. „Ich könnte ohne Weiteres der König der Welt sein. Ich habe das nur abgelehnt, weil es mir zu viel Arbeit war.“
„Natürlich“, stimmte Leo ihm zu. „Mit Arbeit hast du es ja nicht so. Dein beträchtliches Vermögen hast du ja mit Preisausschreiben und Taschenspielertricks gemacht, nicht wahr? Vielleicht solltest du einen Blogpost über Salvatore den Hütchenspieler schreiben?“

„Salvatore? Der ist doch ein alter Hut. Beziehungsweise ein altes Hütchen. Oder drei alte Hütchen!“, gab Fritte zahnlos grinsend zurück.
„Orrrrrr!“, machte Leo, die nicht sehr beeindruckt wirkte. „Ich glaube, ich lege mich wieder hin.“
Nachdem Leo sich aus dem Vorhangspalt zurückgezogen hatte, wandte sich Fritte wieder der dicken freundlichen Frau zu, die immer noch traurig ihre kalten Hände betrachtete: „Ist dir etwa immer noch kalt?“
Die dicke freundliche Frau bibberte nur leise, statt zu antworten. Fritte warf ihr einen argwöhnischen Blick zu und kam zu der Einsicht, dass sie nicht simulierte. Sie fror wirklich.
„Jemand müsste dir einen Tee kochen“, schlug Fritte vor. „Am besten zwei Tassen. Für jede Hand eine.“
„Gute Idee!“, lobte die dicke freundliche Frau. „Du weißt doch, wo die Teebeutel sind, oder?“
„Bei den Leckerlis“, erwiderte Fritte finster. „Mit anderen Worten: Da, wo ich nicht ankomme.“
„Hm“, machte die dicke freundliche Frau etwas unbestimmt und fügte hinzz: „Vielleicht sollten wir uns ins Bett legen und aufwärmen. Nur kurz natürlich.“
„Das ist eine sehr gute Idee!“, jubelte Fritte. „Und wenn wir wieder aufwachen, ist es Zeit fürs Abendessen!“
„Guter Plan“, bestätigte die dicke freundliche Frau. „So machen wir es. Gute Nacht.“
„Gute Nacht!“, rief früh Fritte entzückt, der die dicke freundliche Frau auf dem Weg ins Schlafzimmer überholt hatte und sich bereits auf Leos Kopfkissen zusammenrollte. „Mir ist schon viel wärmer!“
