So, der Urlaub ist vorbei. Wenigstens für den Moment. Da ich meine Urlaubstage in meinem jetzigen Job nicht mehr vollständig im Sommer (=Spielpause im Theater) nehmen muss, bin ich im Prinzip sehr viel freier als früher in meiner Urlaubsplanung und kann jetzt mehrmals im Jahr einen kürzeren Urlaub nehmen. Nur noch einige größere Veranstaltungen und die Termine der Trauergruppen, die ich selbst moderiere, muss ich berücksichtigen. Die Trauergruppen, die ich in Altona moderiere, müssen natürlich in Abstimmung mit den Trauergruppen, die meine großartigen freiberuflichen Kolleginnen moderieren, geplant werden. Schließlich finden sie alle im selben Raum und zur gleichen Zeit, nämlich am Montagabend, statt. Im Deich-Hospiz in Bergedorf mache ich die beiden Gruppen, die dort bisher jährlich stattfinden, selbst, muss mich also nur mit mir selbst abstimmen. Allerdings bin ich mir mit meiner Hospizleitung darüber einig, dass keine Gruppentermine in die Sommerferien oder in die Weihnachtpause fallen sollen.
Weil es sich als nicht optimal herausgestellt hat, mehrere Gruppen gleichzeitig am Start zu haben, versuche ich, Überschneidungen zwischen Altona und Bergedorf zu vermeiden. Das klappt fast. Dieses Jahr laufen meine Gruppen von Januar bis Mai, von Ende Juni bis Oktober und von Oktober bis Dezember. Meine Urlaube liegen entweder in den Perioden zwischen den Gruppen oder – etwas kürzer – zwischen zwei Gruppentreffen, vor allem wenn sich die Gruppe zwischendurch einmal alleine/selbstorganisiert trifft (als Vorbereitung auf die Auswilderung und Umwandlung in eine Selbsthilfegruppe). So war es auch jetzt.

Anfang Mai ist die jetzige Gruppe dann fertig und dann habe ich – natürlich unter Einbindung aller Feier- und Brückentage, was mir früher ja auch nicht möglich war – noch einmal fast zwei Wochen frei.
Zum Beginn meines Urlaubs habe ich übrigens endlich die Dosierung der Abnehmspritze erhöht. Nach fünf Monaten fand ich das ganz okay und ich hatte die Hoffnung, mich nicht allzu sehr zu quälen, wenn der große freundliche Mann abends neben mir auf dem Sofa sitzt und sich die verschiedensten Snacks reinhaut. Das hat bestens funktioniert: Ich hatte nach dem offiziellen Abendessen grundsätzlich keinen Hunger mehr und auch kein übermäßiges Interesse an Keksen und Salzbrezeln. Ich habe also nix von dem ganzen Zeug gegessen.
Stattdessen habe ich ein bisschen in meinem Kleiderschrank aufgeräumt und ein paar Teile wiedergefunden, die ich fast vergessen hatte, die mir aber jetzt wieder passen. Hurra! Und ein paar neue Teile habe ich mir auch gegönnt, sommerliche Teile in der Erwartung eines baldigen Wetterumschwungs bzw. einer Wetterstabilisierung auf angenehmem Niveau.
Schlank bin ich natürlich noch lange nicht, aber das ist okay. Ich will mich weder physisch noch psychisch überfordern. Insofern habe ich es nicht zu eilig mit der Entmoppel-Aktion.
Außer etwas weniger Hungergefühl hat sich mit der höheren Dosis Wegovy eigentlich nichts verändert. Allerdings ist es mir in dieser Woche einmal passiert, dass ich mein Abendessen nicht aufessen konnte, weil ich einfach pappsatt war, obwohl da noch was auf meinem Teller lag. Tragisch vor allem, weil es sich um Palak Paneer aus einem der besten indischen Restaurants in Hamburg handelte, und Palak Paneer ist definitiv ein Lieblingsessen von mir. Ich habe ein bisschen geweint, als ich die Reste entsorgt habe, aber ich will nach Möglichkeit nicht in alte Gewohnheiten zurückfallen wie z. B. Reste „für morgen“ in den Kühlschrank zu stellen und dann kurz vor dem Schlafengehen selbige Reste im milden Licht des geöffneten Kühlschranks zu verschlingen.

Die kleinen Tiere fanden den Urlaub auch prima. Frittlieb Frittenfett war glücklich über die Anwesenheit seines besten Kumpels für mehrere Tage, der beste Kumpel aka der kleine freundliche Hund hat inzwischen kapiert, dass er den Kater bei allzu überschwänglicher Liebesbezeugung auch mal kurz anknurren kann – und dass Fritte das auch versteht und sich dann vor zurückzieht. Frl. Leonie Mau hat den Halbdackel einige Male am früheren Abend auf ihrem Kopfkissen erwischt und mehrfach kurz überlegt, ob sie ihn verjagen soll, sich dann aber mangels Mut dagegen entschieden. Stattdessen ist sie an den Folgeabenden direkt nach dem Abendessen ins Bett gegangen, hat sich auf ihrem Kissen häuslich eingerichtet und dieses dann nicht mehr verlassen. Wenn der kleine freundliche Hund sich dann in einiger Entfernung im Bett hingelegt hat, hat sie kaum noch mit der Wimper gezuckt. Ich bin sehr stolz auf sie.
Nun ist der Urlaub also vorbei und Mann und Hund sind wieder zu Hause in Bremen. Aber: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub! Halleluja!

liebe Bettina
das hört sich doch alles super erfreulich an. Weiter alles gute.