Lotti, die Diät und ich.

Miau.‟

Lotti, du hattest doch vor einer Stunde erst Frühstück. Nur weil ich jetzt in der Küche stehe – wohlgemerkt, um dein Katzenklo sauberzumachen – musst du doch nicht schon wieder was essen!‟

Miau.‟

Nein.‟

Miau.‟

Orrrrrr.‟
Sie kennen diese Art Unterhaltung? Dann wohnen Sie auch mit einer übergewichtigen Katze zusammen, die nach Rücksprache mit der Tierärztin Ihres Vertrauens drei bis vier kleine Mahlzeiten pro Tag bekommen soll? Und nicht mehr? Und Sie wissen nicht, wie Sie das hinkriegen sollen? Zumindest nicht, ohne selbst zu verhungern?
Lassen Sie uns einen Club gründen. Natürlich online und socially distanced, wie es sich gehört.


Derzeit führe ich ungefähr zehn dieser Unterhaltungen täglich mit Frl. Lotte Miez – nein, häufiger nicht, und ja, mir ist klar, dass es noch viel aufdringlichere Katzen gibt. Olga und Ida zum Beispiel, die hätten nicht zwischendurch mal verpennt, dass ich mich in die Küche schleiche, ganz sicher nicht. Mit Olga und Ida hatte ich diese Unterhaltung an schlechten Tagen ungefähr hundertmal und an guten Tagen eigentlich durchgehend. Und dabei waren die beiden noch nicht einmal auf Diät.
Lotti hingegen muss abnehmen, Genau wie ich. Unser Motto: „Wir hungern uns aus der Corona-Risikogruppe raus!‟
Das klappt so mittel. Bei mir eher noch etwas besser, wobei ich sagen muss: In Sachen Diät ist Älterwerden wirklich ein richtig arschiges Arschloch. Noch vor zehn Jahren hätte ich in derselben Zeit und mit ungefähr demselben Einsatz mindestens doppelt so viel Gewicht verloren. Hätte? Habe. Schon irgendwie doof, dass ich den größten Teil davon zwischendurch wieder zugelegt habe…


Heutzutage nehme ich – mit zwei großen, aber vernünftigen Mahlzeiten pro Tag und sonst nix (also ganz viel Gemüse, ein bisschen Obst, Kartoffeln, Nudeln, Brot, Käse, Tofu und ganz wenig Süßes, Fettiges und Alkoholisches) – zwar ab, aber sooooo langsam. Eine Waage besitze ich nicht, aber seit April knapp zwei Hosengrößen, das ist eigentlich nichts angesichts meiner Hosengröße.

Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit mir, denn ich halte diese Diät ziemlich problemlos durch. Weder vermisse ich viel (na gut, wenn es draußen richtig warm ist, würde ich gerne mehr Eis essen – erlaube mir aber nur ungefähr jedes zehnte Mal eins) noch stört mich das Hungergefühl zwischen den Mahlzeiten. Ich kann das also noch eine Weile so weitermachen, denke ich. Bis mein BMI aus der Corona-Schwerverlauf-Gefahrenzone ist. Idealerweise.


Lotti geht es ähnlich. Ihr Fell sitzt auch schon etwas lockerer am Bund und sie überlegt, ob sie, wenn das noch krasser wird, einen Gürtel oder lieber Hosenträger tragen wird. Denn sie kann sich ja nicht einfach ein neues Fell kaufen, so wie ich mir vielleicht eine neue Hose kaufe. Vielleicht. Denn ich hasse es, Hosen zu kaufen. Online ebenso wie im Geschäft, was aber momentan nicht zur Debatte steht.
Lotti könnte sich vielleicht Abnäher ins Fell machen (lassen), wenn sie irgendwann viel abnimmt. Aber dafür müsste sie sich an die von der Tierärztin unseres Vertrauens vorgegebene Diät halten. Genauer gesagt, ich müsste mich daran halten und mich nicht immer von Lotti bequatschen lassen, ihr noch ein Tütchen zwischendurch anzureichen. Aber ich kann diesen großen grünen Augen so schwer widerstehen…
Frl. Leonie Mau hat diese Probleme ja nicht. Sie futtert viel mehr als ihre Schwester, glaube ich, weil sie sich zwischendurch immer noch heimlich Trockenfutter servieren lässt, nimmt aber nicht zu und hält ihr Normalgewicht ohne Mühe.
Bei Herrn Stoppi ist es genauso. Egal, was er isst, er nimmt kein Gramm zu. Wobei sein Gewicht im Verhältnis zu seiner Größe ganz schön hoch ist – aber er sagt, das hat mit seinem früheren Job als Türstopper zu tun. Dazu dürfe man kein Leichtgewicht sein, sagt er.


Lotti googelt gerade, was man außer einer hohen „Dichte‟ noch für Qualifikationen braucht, um Türstopper zu werden.
Jedenfalls, und das war es, was ich eigentlich sagen wollte, Diät ist ganz schön nervig. Die eigene und die von anderen auch. Aber zu zweit sind wir ja immerhin so etwas wie eine Weight-Watchers-Ortsgruppe, wo man sich gegenseitig unterstützt. Und vom Fach ohnehin. Was soll also schiefgehen?

Noch ein Möhrchen, Lotti?‟

MIAU!‟
Ich glaube, das war ein Nein. Dann esse ich das Möhrchen eben selbst. Omnomnom.

3 Kommentare

  1. Moin!
    In unserem Zweierhaushalt ist Ernährung gerade auch ein großes Thema, allerdings könnte Paulchen gerne etwas zunehmen, ich hingegen arbeite auch an einem Gewicht außerhalb der Corona-Schwerverlauf-Gefahrenzone.
    Pauchen hat im letzten Jahr ungefähr ein Kio abgenommen und im Hinblick auf seine bestehende Niereninsuffizienz machte mir das schon wirklich Sorgen – obwohl er auch beim Nierenfutter der bekannt brave Kater ist und es anstandslos frisst, auch in ordentlichen Mengen. Ein großes Blutbild beim letzten Tierarztbesuch gab Entwarnung – sowohl die Nierenwerte als auch alle anderen Werte warne fast optimal – jetzt noch ein bisschen Phosphathemmer ins Futter und alle sollte im grünen Bereich bleiben. Der Gewichtsverlust sei nicht so dramatisch, wir beobachten das weiter, aber es kann einfach auch damit zusammenhängen, dass auch Paulchen einfach nicht mehr der jüngste ist.

    Was mich angeht bin ich mit der Gewichtsabnahme schon recht zufrieden und das Intervallfasten, was mir dazu verhilft, ist mittlerweile nur noch selten ein Problem. Ich habe die Einstiegsvariante mit 14:10 gewählt, komme aber auch oft auf 15 bis 16 Stunden Fastenzeit. Dank Homeoffice klappt das alles super – weil einfach die Hektik, das mal-eben-am-Schreibtisch-einfach-irgendwas-zwischendurch-essen wegfällt.
    In Hosengrößen kann ich das tatsäcjlich gar nicht festmachen – weil ich fast gar keine Hosen mehr trage (nicht dieses Twitter ich-trage-keine-Hose-Ding); ich habe über den Sommer Kleider für mich entdeckt. Meine Nachbarin trägt immer so tolle Kleider und arbeitet in einem Laden, wo es die auch zu kaufen gibt und sie hat mich wirklich gut beraten. Nun bin ich im Besitz einiger neuer Kleider – aus tollem Leinen, mit Taschen (für ein gutes Kleid unverzichtbar) und so angenehm zu tragen, dass ich mich in Hosen schon seltsam fühle. Dazu habe ich – auch ein Tipp der Nachbarin – endlich Strumpfhosen bzw. Leggings für darunter gefunden, die nicht glänzen, die super angenehm sitzen, Form und Farbe auch nach etlichen Wäschen behalten, wo der Bund sich nicht einrollt oder wahlweise versucht, einen zu ersticken. die Kleider sitzen jetzt bequem, und wenn die ca.15 Kilo, die ich noch abnehmen möchte, weg sind, werden sie immer noch gut sitzen.
    Langer Rede kurzer Sinn – versuch es doch mal mit einem Kleid 🙂

    Grüße in die große Stadt,
    Nicole

    1. Liebe Nicole,
      danke für deine Zeilen. Ich bin froh, dass es Paulchen gut geht, er das Nierenfutter so brav frisst und seine Werte sich stabilisiert haben.
      Wenn der TA den Gewichtsverlust nicht besorgniserregend findet, ist es doch gut. Ich weiß aber auch, wie sehr ich mir manchmal Sorgen um Ida gemacht habe, wenn ich das Gefühl hatte, dass sie Gewicht verliert…
      Im Homeoffice war es bei mir auch einfacher. Ich habe viel mehr selbst gekocht und alles war entspannt. Im Büro ist es sehr viel nerviger.
      Freut mich, dass es bei dir auch gut läuft mit dem Intervallfasten. Wir werden irgendwann total dünn Fleabag zusammen gucken!
      Ich habe früher viel Kleider getragen. Jetzt ist mein großes Problem, dass es keine guten Schuhe für mich gibt, die zum Kleid gut aussehen. Das ist ein Riesenproblem und die schönsten Snag Tights helfen auch nicht.
      Aber vielleicht findet ja auch dafür irgendwann jemand eine Lösung.
      Viele Grüße an Paulchen und das Meer.
      Habt einen schönen Tag.
      Viele Grüße
      Bettina

  2. Also die Snag-Tights habe ich ausprobiert und die waren so gar nichts für mich. Weil mir die immer noch zu sehr glänzen, Ich habe jetzt welche von Grödo – naturzertifiziert und megatoll. Nicht ganz günstig, aber des lohnt sich.

    Schuhe zu Kleidern? Also wenn mal keine Flip-Flop-Tage waren oder ich zu meinem täglichen, großen Spaziergang aufbreche, trage ich immer Sneaker zu den Kleidern. Und ich finde, das geht zu fast allen Kleidern außer vielleicht, wenn es sehr festlich sein soll.
    Grundsätzich finde ich sowieso – wenn man es mit Überzeugung trägt, kann man fast alles gut kombinieren 🙂

    Fleabag – ich hoffe, dass gibt es noch irgendwo, wenn wir uns wieder gefahrlos annähern können…

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