Und es war Sommer.

Wie schreibt man einen Blogpost, wenn man wegen der Hitze immer mit den Fingern an der Tatstatur festklebt? Lieber nicht einen Chatbot fragen, denn dessen Rechenleistung könnte die Temperaturen Milligrad um Milligrad weiter nach oben treiben. Das kann ja keiner wollen.

Ein Wetter, bei dem ein Relaunch des Keinzahnkatzen-Blogs als Podcast, bei dem kein ständiger Körperkontakt mit sich erwärmenden Gerätschaften erforderlich ist, plötzlich nicht unattraktiv erscheint. Zumal momentan ja die Mehrheit der in dieser Wohnung lebenden Zwei- und Vierbeiner noch Zähne im Mund hat und deswegen keine Hemmungen verspürt, wenn es darum geht, in ein Mikrofon zu sprechen.

(Ja ja, Fritterich Fritteldifritt ist natürlich ein Keinzahnkater. Zum Glück. Gerade vorgestern hat er sich wieder mit seinen feuchten Gummigaumen in meine Hand verbissen wie ein wütender Pittbull, nur weil ich ihn davor bewahren wollte, von meinem Schoß auf den Fußboden zu fallen. Da war ich – nicht zum ersten Mal – ganz dankbar, dass er keine Zähne mehr hat.)

Jetzt gerade, am Samstagabend kurz vor halb neun, ist die Temperatur in der Hamburger Neustadt immerhin schon auf wieder auf 31 Grad gefallen – von 38 Grad, die das Thermometer am Nachmittag noch anzeigte. So sagt es zumindest die App. Ich war heute nicht draußen, um mir selbst einen Eindruck zu verschaffen. Gestern unterwegs zu sein, hat mir schon gereicht, und da war es nicht so heiß wie heute.

Das Schlimmste an den derzeitigen Temperaturen, ist ja, dass die Experten und andere kluge Menschen, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit raunend vorhersagen, dass wir uns nach diesem Sommer möglicherweise noch zurücksehnen werden, und zwar vermutlich schon in naher Zukunft, völlig recht haben. Die Abstände, in denen Ausnahmewetterzustände wie Hitzewellen, Überschwemmungen, Erdbeben und andere Naturkatastrophen gemessen werden, schrumpfen schneller als Schneemänner in der Sauna. Die Wahrscheinlichkeit, dass schon der nächste oder übernächste Sommer noch mehr Hitzetage und Temperaturrekorde bringt, ist alles andere als klein.

Da ich es nicht den ganzen Tag in meiner Wohnung aushalte, ohne mal zu lüften, habe ich die Hitze sicher nicht ganz so konsequent ausgesperrt wie manche meiner Nachbarn, bei denen man statt Fenstern nur noch Außenrollos, Fensterläden oder von innen lückenlos verhängte Fenster sieht. So hat sich meine Wohnung im Laufe der letzten Tage nun doch auf gut 25 Grad erwärmt. Das ist zum Schlafen nicht ideal, aber ansonsten noch einigermaßen gut auszuhalten, auch für die Fellträger*innen in diesem Haushalt. So eine Wohnung im ersten Stock in einer relativ engen Straße, in die die Sonne nur kurze Momente direkt hineinscheint, hat ja doch ihre Vorzüge. Ich erinnere mich noch gut an die Dachgeschosswohnung, in der ich vorher zehn Jahre lang gewohnt habe. Da war das Schlafzimmer ein gefangenes Zimmer hinter der Küche und es gab absolut keine Möglichkeit, dort so etwas wie Durchzug zu erzeugen. So habe ich im Sommer manchmal wochenlang auf einer Matratze im Wohnzimmer geschlafen. Nicht dass es dort wirklich kühl gewesen wäre, aber eben doch deutlich weniger überhitzt als im Schlafzimmer.

Zum Glück haben wir heute wohl den Höhepunkt dieser Hitzewelle hinter uns gebracht. Morgen soll es nur noch 34 Grad warm werden und am Montag fällt die Temperatur gar auf unter 30 Grad. Unwetter drohen auch, wobei die aber wieder von dieser unberechenbaren Art sind, bei denen man trotz aller Sicherheit beim Prognostizieren von Wetterereignissen nie ganz genau weiß, wann und wo es blitzt, donnert und/oder regnet. Aus diesem Grund zeigen verschiedene Apps dann vorsichtshalber durchgehend Wetterwarnungen an. Nur nicht versehentlich ein Gewitter nicht angekündigt haben, wer weiß, wer dann wieder alles Klage einreicht?

Auch morgen muss ich nicht aus der Wohnung. Die Lebensmittel reichen noch gerade eben so bis Montagmorgen. Jedenfalls hoffe ich das. Frl. Leonie Mau findet das sehr beruhigend; sie macht sich eben doch immer Sorgen um mich. Netterweise reicht es ihr auch, gemütlich neben mir zu liegen. Auf mir drauf ist es ihr auch zu warm – im Gegensatz zu Fritte, der es oft sehr kuschelig braucht, dann aber nach einigen Minuten einfach auf mir schmilzt wie Käse auf der Pizza. Und wenn ich dann ohnehin gerade an der Tastatur festgeklebt bin, dann hängen wir hier alle aneinander fest spätestens bis zum Herbstanfang. Falls das passiert, schicken Sie doch bitte einen reitenden Boten mit Proviant vorbei. Verbindlichen Dank.

 

1 Kommentar

  1. So niedlich oh bezogen auf Leonie Mau und Fritte Fritikowski.

    Hier habt eine große Schale frisches kühles Wasser und einen großen Ventilator.
    Bitte sehr.

    Leider nur virtuell.

    Herzliche Grüße

    Andrea

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