Zwischenrufe aus dem Urlaub oder wie Sie aus nichts einen Nudelsalat häkeln.

„Bloggen Sie jetzt!“

„Ja, gerne. Aber was?“

„Was mit Tieren?“

„Nein, das hatten wir schon letzte Woche.“

„Hm. Über das Wetter?“

*Aufschluchzen*

„Okay. Nicht über das Wetter. Das wird sicher bald wieder besser. NUN HÖREN SIE SCHON AUF ZU HEULEN!“

„Aber worüber denn?“

„Putzen Sie sich die Nase, da läuft irgendwas und das kann ich nicht gut sehen! – Über Dialoge mit sich selbst?“

„Ach, das ist so unrealistisch. Wer führt schon Dialoge mit sich selbst?“

„Eben. Und noch dazu schriftlich!“

„Hey! Es war Ihre Idee!“

„Nun kommen Sie mir nicht so!“

*Handgemengegeräusch*

*(Also ein Handgemenge zwischen meiner rechten und meiner linken Hand)*

Sie sehen schon: Ich habe Urlaub und irgendwie erlebe ich nicht so wahnsinnig viel. Der Urlaub zerrinnt zwar wie mein Guthaben auf dem Konto und ich bin irgendwie auch immer beschäftigt, aber so richtig blogreif sind meine Erlebnisse meistens nicht.

Heute zum Beispiel haben mein Freund und ich meinen neuen Schuhschrank zusammengebaut. Das hat erstaunlich gut geklappt, obwohl das Teil von Ikea stammt und in sehr vielen Einzelteilen und mit sehr, sehr vielen Schrauben kam. Aber sie passten alle zusammen und nun steht das Möbel da und sieht recht dekorativ aus. Gut, vielleicht nimmt die Geschichte noch an Fahrt auf, wenn ich versuche, Schuhe reinzutun, aber bisher lässt sich eigentlich nicht wirklich ein Blogbeitrag rauspressen.

Immerhin ist der Schuhschrank etwas, das ich für mich gekauft habe. Ich war nämlich zigmal bei Ikea in den letzten Wochen, habe aber eigentlich immer nur Möbel für die neue Wohnung meiner Mutter gekauft. Ein Kleiderschrank ist schon geliefert worden, Kommoden, Tische und Stühle haben wir selbst angeschleppt und montiert (also, mein Freund). Der Kofferraum meines Freundes ist vollgestopft mit Lampen, Mülleimern, Vorhängen und anderem Kleinzeugs, das wir am Montag zu meiner Mutter bringen. Wenn das Auto dann leer ist, fahren wir weiter zum Baumarkt, um die Badezimmerausstattung zu kaufen. Dazu eine Frage: Wenn Badezimmer und Klo getrennt sind, braucht man dann zwei Mini-Badezimmer-Papierkörbe? Zweimal dasselbe Modell oder zwei unterschiedliche?

Für mich kaufen wir auch einen Badezimmerschrank, der aber erst eingebaut wird, wenn übernächste Woche mein Badezimmer fertig renoviert ist. Hoffentlich. Die gesamte Dusche muss erneuert werden, das dauert ein paar Tage… oder Wochen, falls unter der alten Dusche irgendwelche schlimmen Dinge zum Vorschein kommen. Die Katzen und ich ziehen so lange zu meinem Freund – darüber werde ich bestimmt noch ausführlicher berichten. Wichtig ist vor allem, dass sie zu diesem Anlass ein neues Katzenklo bekommen, das wir aber auch noch kaufen müssen.

Wirklich blöd ist, dass das Auto von meinem Freund immer so voll ist, dass keine Bierkisten mehr reinpassen. Mit den in meiner Wohnung befindlichen Pfandflaschen könnte ich inzwischen wahrscheinlich auch einen kleinen Schurkenstaat oder zwei Kisten Bier im Sonderangebot kaufen. Aber man muss Prioritäten setzen und im Moment reicht die Zeit dafür einfach nicht. Ich habe ja auch nur ungefähr zwei Hände und schleppe schon jedes Mal, wenn ich die Wohnung verlasse, mindestens einen Müllsack mit mir rum, denn natürlich nutze ich meine Ferien auch zum Aufräumen und Aussortieren. Es ist ganz erstaunlich, was sich in so einer Wohnung im Laufe eines Jahres alles so ansammelt, was eigentlich keiner der Bewohner mehr braucht. Noch schlimmer: Es mischt sich mit den Sachen, die man braucht, so dass das Loswerden von überflüssigem Zeug immer zu vorher ungeahnten Komplikationen führt. Sie kennen das wahrscheinlich.

Die Diät läuft gut, danke der Nachfrage. Ich habe schon zehn Zentimeter Umfang verloren und passe demnächst vielleicht wieder, ganz ohne zu heulen, in meiner Übergrößen-Jeans. Mit dem Sport geht es auch hervorragend: Mein Fitnessarmband summt und brummt in einer Tour und muss fast täglich neue Software installieren, um die ganzen von mir gelieferten Daten noch angemessen verwalten zu können. Trotzdem ist es leider zu doof, um im Wasser meine Herzfrequenz richtig zu messen. Da es mir aber zurzeit (das kann sich mit dem nächsten Update wieder ändern) aber eher zu viele verbrauchte Kalorien anzeigt als zu wenige, beschwere ich mich nicht.

Das Wetter war in dieser Woche wirklich recht erbärmlich für August (ja, auch für August in Hamburg) und ich bin froh, dass es im Fitness-Studio eine Sauna gibt. Außerdem habe ich zu Hause die Heizung immer mal wieder für ein paar Stunden in Betrieb, schon damit mein Badeanzug trocknet und ich ihn nicht am nächsten Tag nass anziehen muss. Ansonsten bin ich froh, dass es Netflix gibt und ich nicht bei 14 Grad und ohne WLAN im Park abhängen muss. Bei den „Gilmore Girls“ (die ich bisher aus unerfindlichen Gründen einfach nicht kannte) bin ich schon in der dritten Staffel angekommen, wobei ich im Moment gerade „Stranger Things“ eingeschoben habe, das mir ganz außerordentlich gut gefällt.

Was ich dieses Jahr im Urlaub noch gar nicht gemacht habe, ist Klamotten-Shoppen. Zum ersten Mal seit ungefähr fünfzig Jahren, glaube ich. Keine Ahnung, warum. Es zieht mich einfach nicht in die Stadt und auch zum Online-Shopping fehlt mir gerade ein bisschen die Lust. Aber die kommt vielleicht zurück, wenn alle Schuhe, die ich nicht aussortiert habe, im neuen Schuhschrank sind und trotzdem noch Plätze frei sind. Mal sehen.

Eine Reise schaffen wir in diesem Urlaub nicht mehr, nicht mal übers Wochenende. Nächste Woche ist mein Freund ein paar Tage geschäftlich unterwegs, übernächste Woche ist mein Badezimmer dran und überübernächste Woche ziehen wir dann meine Mutter in die neue Wohnung. Und am 1. September muss ich wieder arbeiten gehen. Mein Freund und ich planen aber im Herbst, wenn alles erledigt ist und auch das Haus meiner Mutter endgültig an die Käufer übergeben und der Kaufpreis auf unserem Konto ist, noch einmal ein verlängertes Wochenende in Kühlungsborn an der Ostsee. Da waren wir dieses Frühjahr schon einmal und es war super-erholsam. Die Katzen lassen sich dann von Franny der Haustiernanny verwöhnen und wir liegen im Pool, in der Sauna und an der Bar rum. Darauf freue ich mich jetzt schon.

Aber vielleicht kommt ja auch in diesem Urlaub irgendwann die Sonne noch einmal durch. Das Wetter war ja – von dieser Woche einmal abgesehen – gar nicht nur schlecht. Aber eben nur ganz selten so, dass man abends dachte, man könne jetzt einfach nicht nach Hause gehen, weil es draußen sooooo schön ist. Diese Abende, an denen man so lange im Park sitzt, bis einen der Nachtwächter rauswirft, und dann vor einer Cocktailbar Moscow Mules and Zitronenblitze schlürft, bis der Park wieder aufmacht. Diese Abende fehlen mir ein bisschen und wenigstens einen oder zwei davon könnte ich noch ganz gut brauchen, bevor der Sommer wieder ganz vorbei ist. Nur, falls von Ihnen jemand einen guten Draht zum Wettergott haben sollte!

„Siehste. Schon tausend Wörter geschafft.“

„Ja, toll. Tausend komplett irrelevante Wörter.“

„Vielleicht hättest du das Ganze als Youtube-Video gestalten sollen?“

„Mit der Frisur?“

„Sei nicht so selbstkritisch. Du hast Urlaub.“

„Allerdings. Auch wenn die größere Hälfte davon schon vorbei ist.“

„Nicht dran denken.“

„Okay. Prost.“

„Prost.“

*Bierflaschengemenge*

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